Münster. (SMS) Münster - eine Stadt voller Geschichten und Geschichte, jung geblieben seit mehr als 1200 Jahren, mit vielen Akzenten und doch einem eindeutigen Profil. High-Tech und bodenständiges Handwerk, barocke Adelssitze und kühne Architektur, historischer Stadtkern und wegweisender Städtebau - in Westfalens Hauptstadt sind das keine Gegensätze, sondern Facetten einer lebendigen, jungen Stadt mit 50 000 Studierenden.
Fortschritt, der in Tradition wurzelt, prägt die 280 000 Einwohner zählende Hochschulstadt. Bedeutende Schaltstellen aus Wirtschaft, Verwaltung, Forschung, Kultur und sozialem Leben haben ihren Standort in dem Wissenschafts- und Dientleistungszentrum, einer Region mit über 1,5 Millionen Menschen.
Oft einen Schritt voraus
In Städtevergleichen wurde Münster unter anderem als Vorreiter in Sachen Umwelt und Klima ausgezeichnet, es wurde zur Online-Hauptstadt Deutschlands gekürt und ist nicht nur Verkehrsexperten als Fahrradmetropole der Republik bekannt. Hier gibt es mehr Fahrräder als Einwohner, mehr als 40 Prozent aller Fahrten werden mit der "Leeze" erledigt. Über 250 Kilometer Radwege und radlerfreundliche Verkehrslösungen sprechen eine deutliche Sprache. Beispiel: die Radstation, eine Tiefgarage mit Rundum-Service für 3300 Räder vor dem Hauptbahnhof.
Das Image der mehr als 300 Quadratkilometer umfassenden westfälischen Metropole - mehr als 70 Prozent sind Grünfläche - prägen neben der Westfälischen Wilhelms-Universität und weiteren Hochschulen unter anderem elf Gerichte (darunter der Verfassungsgerichtshof NRW), das I. Deutsch-Niederländische Korps, der Landschaftsverband Westfalen-Lippe sowie landes- und bundesweit tätige Banken und Versicherungen. In den vergangenen Jahren hat sich das Oberzentrum Münster aber auch als bedeutender Standort zukunftsweisender Technologien, darunter der Nano- und der Biotechnologie, profiliert.
Freie Wahl - Freizeitgestaltung
In Münster spannt sich der Bogen von den Giebeln der Vergangenheit zu den Formen der Moderne, von der Tradition zur Innovation. Das Stadtbild wurde nach dem Zweiten Weltkrieg dank des behutsamen Wiederaufbaus der historischen Altstadt um den Prinzipalmarkt bewahrt.
Besucherinnen und Besucher lernen die Heimat von Deutschlands größter Dichterin Annette von Droste-Hülshoff als Stadt mit hohem Freizeitwert kennen, als Stadt der internationalen Skulptur-Projekte, als Stadt der Galerien und Theater, der Tagungen und Kongresse. 31 Museen, an die 20 Kinosäle, die Städtischen Bühnen mit Schauspiel, Musik-, Tanz- und Kindertheater sowie eine lebendige Kunstszene sind nicht nur für Münsteraner von Interesse. In 800 Lokalen herrscht Gedränge an Tischen und Theken, 3800 Hotelbetten stehen für müde Gäste bereit.
Friedensstadt
Toleranz und Frieden - zwei Schlagworte, die für das Selbstverständnis und die Geschichte dieser Stadt stehen. Das eine ist die Voraussetzung für das andere - diese Erfahrung machten im Dreißigjährigen Krieg die Vertreter der europäischen Mächte, bis sie nach fünf Jahren zähen Ringens am 24. Oktober 1648 in Münster und Osnabrück die Verträge für den Westfälischen Frieden unterzeichneten. Es handelte sich um den ersten Friedensschluss, der in der Geschichte Europas auf dem Verhandlungswege erreicht wurde. Im Zuge dieser Verhandlungen wurde 1648 in Münster mit dem Spanisch-Niederländischen Frieden auch die staatliche Souveränität der Niederlande besiegelt.
350 Jahre danach warb Münster 1998 unter der Leitidee "Europa, Region, Zukunft" für ein tolerantes, weltoffenes und friedliches Europa. Hunderte Veranstaltungen, darunter die Europaratsausstellung im Westfälischen Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte, zogen Besucher aus dem In- und Ausland an. Höhepunkt war der Besuch von 20 europäischen Staatsoberhäuptern in Münster am 24. Oktober 1998.
Engagierte Bürgerinnen und Bürger
Wie schon im Jubiläumsjahr 1993, als Münster sein 1200-jähriges Bestehen feierte, setzte die Stadt auch im Friedensjahr auf eines ihrer größten Potenziale: die engagierte Bürgerschaft. Mitmachen, mitmischen, Münster gestalten - Bürgerbeteiligung ist in der "bürgerfreundlichsten Stadt Deutschlands" (Magazin Focus) nicht lästige Pflicht auf gesetzlich vorgeschriebenem Minimum.
Die Menschen reden und gestalten mit. Ob Kinder Wünsche für ihren Spielplatz haben, Anwohner Ansprüche an "ihren" Stadtteil, Kreative ein Forum oder Kritiker den Austausch mit Politik und Verwaltung suchen - in Münster gibt es zahllose Möglichkeiten, sich einzubringen. Zukunftswerkstätten, Arbeitskreise, Freiwilligenagentur, ein großes Selbsthilfe-Netzwerk, Initiativen, sie alle bringen ihr Wissen, ihr Können, ihre Phantasie ein, um die Lebensqualität dieser Stadt zu erhalten und zu stärken - und das nicht nur in Jubiläumsjahren.
Quelle: Stadt Münster