Am weltbekannten „Deutschen Eck“, wo sich Rhein und Mosel nach kurvenreichem Lauf treffen, liegt Koblenz, eine der schönsten Städte Deutschlands. Vor über 2000 Jahren gegründet, nannten sie die Römer einst „apud Confluentes“ – bei den Zusammenfließenden. Vier Mittelgebirge umrahmen die Rhein-Mosel-Stadt, die zu zwei dritteln mit Wald sowie Grün- und Wasserflächen umgeben ist.
Nach den Römern herrschten die Franken über Koblenz. Im Jahre 1018 ging Koblenz, damals ein Königshof, durch Schenkung an das Erzbistum Trier. Im Laufe der Jahrhunderte entwickelte sich Koblenz zur kurtrierischen Landstadt. Ihre Bedeutung – und die des rechtsrheinischen Ehrenbreitstein – nahm stetig zu, so dass die Erzbischöfe ab dem 16. Jahrhundert ihren Regierungssitz von Trier zunehmend hierher verlegten. Die großen romanischen Kirchenbauten (Pfarrkirche Liebfrauen, ehemalige Stiftskirchen St. Kastor und St. Florin) mit ihren gotischen Einbauten zeugen noch heute von dieser Epoche.
Im Dreißigjährigen Krieg wurde Koblenz mehrfach belagert, so auch im Juni 1632. Gravierender war aber die Zerstörung von zwei dritteln der Stadt durch ein Bombardement im Jahre 1688, als Truppen des französischen Königs Ludwig XIV. im Zuge des pfälzischen Erbfolgekrieges ins Rheinland einmarschierten. Bei dem ab 1689 erfolgten Wiederaufbau erhielt die Koblenzer Altstadt ihr heutiges Gesicht, das stark durch barocke Bürgerhäuser des 18. Jahrhunderts geprägt ist. Auch einige barocke Adelshöfe und sowie das ehemalige Jesuitenkloster (heute Rathaus) haben sich aus dieser Zeit erhalten.
In der Regierungszeit des letzten Trierer Kurfürsten Clemens Wenzeslaus (1768-1794) erfuhr Koblenz eine Stadterweiterung in südlicher Richtung. Die bedeutendsten Bauten dieser Maßnahme sind das Kurfürstliche Schloss (1777-1786) und das Stadttheater (1787), beide hervorragende Beispiele eines frühen Klassizismus am Mittelrhein. Durch den Einmarsch der französischen Revolutionstruppen ins Rheinland 1794 endete für Koblenz die Kurfürstenzeit. Es folgte eine zwanzigjährige Zugehörigkeit zu Frankreich, die nachhaltige Spuren hinterließ: so zum Beispiel im Koblenzer Dialekt oder Gerichtswesen.
Nach den Beschlüssen des Wiener Kongresses kam Koblenz 1815 an das Königreich Preußen. Seit 1816 war Koblenz Hauptort eines Regierungsbezirkes, von 1822 bis 1945 dazu auch Verwaltungssitz der Rheinprovinz. Koblenz und Ehrenbreitstein wurden zu einer der größten Festungen Europas ausgebaut. Die Festung Ehrenbreitstein (1815-1832) lässt dies noch heute erahnen. Aus preußischer Zeit stammen großzügige Verwaltungsgebäude (ehemaliges Oberpräsidium, 1907-1910; ehemaliges Regierungspräsidium, 1902-1905), das Reiterdenkmal für Kaiser Wilhelm I. am Deutschen Eck (1893-1897), aber auch die Rheinanlagen und das neugotische Schloss Stolzenfels (1836-1842). Es gilt als eines der schönsten Beispiele der Rheinromantik des 19. Jahrhunderts.
Heute ist Koblenz eine „kleine Großstadt“ mit 107.000 Einwohnern. Koblenz hat für Kunst- und Kulturinteressierte einiges zu bieten: Mittelrhein-Museum (Rheinische Kunst), Landesmuseum auf der Festung Ehrenbreitstein (staatliche Sammlung technischer Kulturdenkmäler), Ludwig Museum (zeitgenössische Kunst aus Frankreich), Rhein-Museum, Wehrtechnische Studiensammlung, Stadttheater, Konzerte und Veranstaltungen in der Rhein-Mosel-Halle und in der Sporthalle Oberwerth, Kleinkunstbühnen... – ein vielfältiges und abwechselungsreiches Programm.
Einkaufen und Bummeln sind in der Altstadt und der Innenstadt, zum Beispiel in der Löhrstraße und der Schlossstraße, erlebbar. Auch befindet sich eines der größten innerstädtischen Einkaufscenter Deutschlands in Koblenz.
Wanderer und Radler finden ausgedehnte Wegenetze in herrlicher Natur. Radfahren an drei Flüssen – Rhein, Mosel und Lahn – ist möglich. Essen und Trinken hält bekanntlich im Rheinland „Leib und Seele“ zusammen. Ob in einem der vielen Altstadtlokale, Weinstuben und Spezialitätenrestaurants: Man isst international oder aus typisch rheinischer Küche und trinkt dazu heimisch gebrautes Bier oder Wein aus Koblenzer Weinanlagen.
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